Lobbying für Empfangsgebühren an Schulen?

  20. April 2017
Lobbying für Empfangsgebühren an Schulen?

Die Angst der SRG vor der No-Billag-Initiative muss gross sein. Wie die Schweiz am Wochenende aufgedeckt hat, wird ein intensives Lobbying hochgefahren. Auch der Goodwill des Publikums bei Charity-Engagements wie «Jeder Rappen zählt» (SRG, Glückskette) oder «2× Weihnachten» (SRG, Post, Rotes Kreuz) soll ausgenutzt werden.

Eine andere Massnahme - gemäss Auskunft hat die SRG damit nichts zu tun - war im Artikel der Schweiz am Wochenende nicht aufgeführt: Das ziemlich grotesk anmutende E-Learningangebot für Schulen zum Gebührenmodell, für das die Billag als Absender steht. Dieses Lehrmittel ist auf der bei Lehrern beliebten Plattform Kiknet (auf der auch der VSM ein Angebot aufgeschaltet hat) abrufbar: Angebot zu «Radio und TV».

In diesem Angebot wird den Schülern auch das Gebührenmodell zur Aufgabe gemachtDie Lernziele des Unterrichts lauten zum Beispiel «Schüler und Schülerinnen wissen, weshalb Radio und TV-Gebühren bezahlt werden müssen.» oder auch «...handeln betreffend Radio- und Fernsehgebühren korrekt.» 

Die SRG sollte im eigenen Interesse darauf hinwirken, dass die Billag dieses Angebot vom Netz nimmt. Die Verwaltung ist aber so oder so gut beraten, die SRG zu überzeugen, Ihre Lobbying-Bemühungen auf ein gesundes Mass zu reduzieren. Es geht bei der No-Billag-Initiative ja nicht um die SRG sondern um den medienpolitischen Entscheid des Volkes, ob es Zwangsgebühren will oder nicht. 

Der Verband SCHWEIZER MEDIEN hat sich immer für ein gebührenfinanziertes Modell ausgesprochen. Die Frage ist, wie hoch das Gesamtbudget sein muss für einen demokratierelevanten, auf Information basierenden Service-Public-Auftrag.

Die Frage stellt die nationalrätliche KVF nun auch der Verwaltung. Die KVF-N will wissen, wie die Tätigkeiten der SRG aussehen würden und welchen Umfang der Service Public bei tieferen Erträgen aus den Empfangsgebühren hätte.

Der VSM ist der Meinung, dass nebst den Gebühren auch über eine Einschränkung bei der Kommerzialisierung diskutiert werden muss. 

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Häuptli
Geschäftsführer

P.S. Ab Juli haben wir auf der VSM-Geschäftsstelle eine befristete Marketing-Stelle zu besetzen. Interessiert?