Trendtagung Social Media für Medienunternehmen

  31. März 2015     Medieninstitut, Zürich
Trendtagung Social Media für Medienunternehmen

Social Media: Kennen alle, logisch. Doch wie nutzen wir die Kanäle am besten? Welche Relevanz haben sie effektiv für einen Verlag? Welches sind ganz konkret die Herausforderungen für die Grossen und die Kleinen? Das war Thema an der «Trendtagung Social Media für Medienunternehmen», die das Medieninstitut des Verbandes Schweizer Medien in Zusammenarbeit mit der Social Media Akademie Somexcloud organisiert hat.

Dank dem Seminar konnten sich die Mitarbeiter von der Mikrozeitung im Berner Oberland  bis hin zum überregionalen Grossverlag in der Ostschweiz über Social Media updaten.

Kulturelle Herausforderung
David Schäfer, Gründungspartner von Somexcloud, liess keinen Zweifel offen: Die digitale Transformation wird das Fundament jedes Unternehmen verändern. Das ist keine technische, sondern eine kulturelle Herausforderung. Doch es gibt keine Patentlösung, wie man als Verlag mit Social Media umzugehen hat. Sicher ist nur, das alte Reichweitenmodell und das klassische Werbedenken haben ausgedient.

Wie man gefunden wird
Marco Schlauri von der Webrepublic AG, selber Vertreter der jungen Generation Y, die mit Social Media aufgewachsen ist, nennt junge User verwöhnt; Sie wechseln die Kanäle gerne und schnell. Wer als Medienhaus gefunden werden will, muss auf jedem Kanal in der richtigen Form präsent sein. Und die Kanäle verändern sich rasch. Youtube ist mittlerweile in Europa die zweitgrösste Suchmaschine. Twitter-Tweeds können künftig auch auf Google gefunden werden. Bei richtiger Anwendung der Suchmaschinenoptimierung hat man das Tool, um mit den Usern zu kommunizieren – sofern man weiss, wie sich diese online bewegen. Schlauri gab Tipps, wie man sich dank der richtigen Strategie und Hilfe von google.com/trends oder buzzsumo.com auch bei regelmässig vorkommenden Suchabfragen einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeiten kann.

Und immer mehr Big Data
In seinem launigen Vortrag gab Michael Gisiger von Wortgefecht Training & Beratung Einsicht in das buchstäblich grosse Thema Big-Data. Heute produziert die Menschheit in 10 Minuten gleichviel Daten wie von der Steinzeit bis 2001. Diese Menge wird noch zunehmen, man rechnet alle zwei Jahre mit einer Verdoppelung. Das ist mit der herkömmlichen Datenanalyse natürlich nicht mehr zu organisieren. Gisiger erklärte anhand eines praktischen Beispiels der Deutschen Welle, wie man heute vorgeht. Deren Big-Data-Lösung kann stündlich (sic!) mehr als 50’000 Videos auf 25 Kanälen in 12 Sprachen analysieren – also mehr als eine Milliarde Datensätze.

Von Fakes und Shitstorms
Wie man mit Social Media im Redaktionsalltag umgeht, berichtete Adrienne Fichter, Social Media Redaktion/Community Management der Neue Zürcher Zeitung. Am Beispiel eines gefälschten Bildes zeigte sie auf, mit welchen Mitteln Medien verhindern, dass sie auf einen Fake hereinfallen. Analysen zeigen zudem, dass Facebook der beste Kanal ist, um neue User zu finden. Instagram, Live-streaming und Live-Chats mit Experten können künftig noch wichtigere Kanäle werden.

Worüber Verlage nachdenken sollten
Medieninstitut-Dozentin Riccarda Mecklenburg, erfahrene Medienmanagerin, führte die Seminar-Teilnehmer in die Welt der jungen und sehr erfolgreichen Blogger, die Millionen von Klicks generieren, viel Geld verdienen – und überhaupt nichts mit den gängigen Medien zu tun haben. Als weitere Beispiele für neues Medienverhalten und Medienhäuser, die damit Erfolg haben, zeigte Mecklenburg Beacon-Anwendungen und wie Zeitungen mittels WhatsApp als News-Channel Erfolg haben.

Der Tag endet mit einem Twitter-Workshop von Nicole Schnell, Inhaberin Schnellkraft GmbH. Sie erklärte den Teilnehmenden auf erfrischende Weise das Einmaleins des tweeten.

Termin / Veranstaltungsort

31. März 2015

Medieninstitut Zürich

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