BAKOM-Strukturbericht: Medienfinanzierung bleibt grosse Herausforderung
Der Medien-Strukturbericht des Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) sieht sämtliche Mediengattungen in einem weiterhin “schwierigen finanziellen Umfeld”. Für den VSM unterstreichen die Befunde den politischen Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen. Bundesrat und Parlament sind auf dem richtigen Weg - es gibt aber noch viel zu tun.
Das BAKOM veröffentlicht alle zwei Jahre einen ausführlichen Bericht über die Schweizer Medienlandschaft und beleuchtet die Finanzierung, die Angebote, die Inhalte und die Nutzung von Journalismus in der Schweiz. Der aktuelle Bericht vom 8. Dezember 2025 zeigt klare Zusammenhänge zwischen den einzelnen Befunden. Weil die Finanzierung von Medien in beiden relevanten Geschäftsfeldern (Werbung und Abonnements) “rückläufig bis bestenfalls stagnieren” sind, zeigen sich in gewissen Gattungen Konzentrationstendenzen. Noch ist die Angebotsvielfalt hoch - aber es gibt “Anzeichen einer Marktkonsolidierung”.
Der Grund dafür ist klar. “Die Herstellung von journalistischen Inhalten ist verhältnismässig teuer und präsentiert sich insbesondere in Anbetracht der schwierigen finanziellen Situation von Schweizer Medien als herausfordernd”, schreibt das BAKOM. Diese Problematik wird sich nicht von alleine lösen, denn insbesondere die jüngeren Bevölkerungsgruppen werden immer schwieriger zu erreichen: “Je jünger die Zielgruppe, desto geringer die Reichweite der jeweiligen Mediengattung”.
Bericht unterstreicht politischen Handlungsbedarf
Die jungen Zielgruppen bewegen sich heute stärker auf sozialen als in den klassischen Medien. Aus gesellschaftlicher Sicht sieht der Bericht hier ein grosses Problem. Auf Social Media “finden sich (....) auch unwahre, irreführende, diskriminierende oder rassistische Inhalte sowie Aufrufe zu Gewalt”. Der Bericht verweist hier auf die Vernehmlassungsvorlage zur Regulierung von Kommunikationsplattformen, welche noch bis Februar 2026 läuft.
Der VSM wird sich hier für griffige Massnahmen insbesondere im Bereich der Transparenzpflichten einsetzen.
Gleichzeitig setzt sich der VSM seit Jahrzehnten für eine Stärkung der Medienkompetenz ein. Dieses Engagement hat er zuletzt nochmals verstärkt, etwa mit der Co-Gründung von Use the News. Er fordert aber auch politische Massnahmen: Die Kantone und der Bund müssen (auch) hier deutlich aktiver werden.
Trotz verbesserter Rahmenbedingungen: Es gibt noch viel zu tun
Was die Finanzierung von Medien betrifft, gibt es noch viel zu tun. Für das BAKOM ist klar, dass angesichts der Entwicklungen “auch alternative Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten” diskutiert werden müssen. Parlament und Bundesrat haben das zumindest teilweise bereits verinnerlicht: Einige politische Prozesse zur Verbesserung sind bereits angestossen - oder gar weit fortgeschritten.
Ab 2026 wird die indirekte Presseförderung befristet erhöht, ab 2027 neu auch in der Frühzustellung. Im Entlastungspaket 2027 wollen sowohl Bundesrat als auch Parlament daher sinnvollerweise auch auf Sparmassnahmen in diesem Bereich verzichten. Die ständerätliche Finanzkommission will dabei auch verbliebene Massnahmen bei der Mitgliedschafts- und Stiftungspresse streichen - ebenfalls sehr zur Freude des Verlegerverbands.
Zudem hat das Parlament in der laufenden Session die Differenzen zur Parlamentarischen Initiative Chassot bereinigt. Dies ermöglicht, dass in Zukunft branchenübergreifende Organisationen wie der Presserat, das MAZ oder Keystone-sda besser unterstützt werden können. Aber: Die Diskussion, wie die Medienfinanzierungskrise langfristig gelöst werden kann, ist damit nicht beendet.