«No content, no AI»: Hochwertige KI braucht hochwertige Inhalte
Hochwertige KI entsteht nur mit hochwertigen Inhalten. Am Sessionsanlass des Verlegerverbands SCHWEIZER MEDIEN vom 14. September in Bern diskutierten nach einem Referat von Prof. Thomas Höppner von Geradin Partners Autor Peter Stamm, Sprecherin und Produzentin Aurélie Candaux, Managing Partner der Gadget Entertainment Group Oliver Rosa und Michael Wanner, CEO von CH Media darüber, wie die Schweiz kreative Leistungen gegenüber generativer KI schützen und fair vergüten kann, ohne Forschung und Innovation zu behindern.
Prof. Dr. Thomas Höppner, Partner bei Geradin Partners und Experte für geistiges Eigentum und digitale Regulierung, zeigte auf, dass die KI-Regulierung im Ausland Fahrt aufnimmt. «Eine Informationsgesellschaft lebt von der Qualität ihrer Informationen. Die Schweiz braucht eine staatliche Intervention, um der massiven Ausbeutung von Inhalteanbietern ein Ende zu setzen. Starke Immaterialgüterrechte fördern Innovation und sind ein Standortvorteil, kein Nachteil,» so Höppner.
Hochwertige Inhalte sichern die Qualität von KI
KI bietet Medien und Kreativwirtschaft neue Möglichkeiten, etwa bei Übersetzungen, Transkriptionen und Recherchen. Gleichzeitig ist sie auf Inhalte angewiesen, die Menschen schaffen, prüfen und finanzieren. Hochwertige KI kann nur mit hochwertigen Inhalten entstehen. «Ohne Vergütung fehlt langfristig die Grundlage für professionellen Journalismus. Und ohne professionellen Journalismus verliert KI eine zentrale Quelle für verlässliche, aktuelle Informationen», erklärt Michael Wanner, CEO von CH Media.
Autor Peter Stamm sieht KI-Sprachmodelle nicht als direkte Konkurrenz zum literarischen Schaffen. Sie seien vor allem für Texte geeignet, die sonst gar nicht geschrieben würden. Problematisch sei vielmehr, dass bestehende Werke ohne Zustimmung und Vergütung für das Training kommerzieller KI-Systeme verwendet werden. Die Nutzung seiner Bücher zu diesem Zweck bezeichnete Stamm als «reinen Diebstahl».
Konstruktive Begleitung der Vernehmlassung
Das Parlament hat die Motion Gössi «Besserer Schutz des geistigen Eigentums vor KI-Missbrauch» überwiesen. Die Vorlage soll voraussichtlich Ende 2026 in die Vernehmlassung gehen. «Wenn Regulierung rechtssicherheit schafft, ist sie Innovationsfördernd, nicht hemmend», sagt Oliver Rosa, Managing Partner der Gadget Entertainment Group AG.
Für den VSM und die Mitträger von Fairplay – Fairpay ist klar: Das Schweizer Urheberrecht muss so angepasst werden, dass Rechte auch gegenüber KI-Anbietern durchgesetzt werden können. Auch Prof. Höppner sagt klar: «Bei strukturell ungleicher Verhandlungsmacht formt sich ein angemessener Lizenzmarkt nur bei staatlicher Intervention.» Dafür braucht es Transparenz über die verwendeten Inhalte, eine rechtliche Grundlage für Zustimmung und faire Vergütung sowie praktikable Lizenzmodelle. Die Lösung muss technologieneutral sein und die Entwicklung und Nutzung von KI weiter ergänzen.