Paid Content: Die Jungen wollen zahlen

  21. März 2019
Paid Content: Die Jungen wollen zahlen

Editorial März-Newsletter 2019

Onlinewerbung alleine reicht nicht aus, qualitativ hochstehenden Journalismus im Netz zu finanzieren. Bezahldienste auf Leserseite werden immer wichtiger. Aber ist die Zahlbereitschaft vorhanden?  

Die Signale sind positiv, auch wenn der Weg noch lange ist. Tamedia hat 2018 die Anzahl Digitalabos um 40% auf aktuell 70'000 gesteigert. Dazu kommen 100'000 Tagespässe. Bei der NZZ steht der Zähler per Ende des letzten Jahres bei 38'000 Digitalabonnements.   

Weitere ermutigende News kommen ausgerechnet aus einer Altersgruppe, die viele Verlagsmanager schon als verloren gesehen haben: von den Jungen. Eine Studie von PWC zeigt auf, dass sich die Jungen aufgrund ihrer Streaming-Abos von Netflix & Co. durchaus bewusst sind, dass qualitativ hochstehender Inhalt etwas kostet. Hier ein Beitrag zur Studie auf Horizont.de.

Am geringsten ist die Zahlungsbereitschaft bei über 40-Jährigen. Hier hat sich die Gratismentalität festgesetzt. Es wird viel Zeit brauchen, diesen Paradigmenwechsel der Verlage zu erklären und Missverständnisse auszuräumen, die bis in die Politik reichen.   

Nein, die Verlage haben nicht kopflos Inhalte verschenkt. Es war lange Jahre Konzept, die Aufmerksamkeit der Onlineleser an die Werbewirtschaft zu verkaufen. Aufgrund der Dominanz der internationalen Plattformen mit ihrer viel reichhaltigeren Datenbasis musste dieser Plan, von der Onlinewerbung zu leben, aufgegeben werden.   

Ein zukünftig tragfähiges Geschäftsmodell zu etablieren benötigt Zeit. Darum beantragt der Verlegerverband eine dringliche Erweiterung der indirekten Presseförderung. So wird das Überleben der Zeitungen, der privaten Service-Public-Anbieter, in der Transformationsphase gesichert

Um die Hoheit über den Inhalt zu gewährleisten ist zudem ein griffiges Leistungsschutzrecht nötig.

Der VSM führt in diesem Jahr verschiedene Veranstaltungen zu Paid-Content durch. Am 5. Juni stellen die Bezahlmodell-Spezialisten der NZZ und Tamedia ihre Modelle vor. Die Interessierten aus den VSM-Mitgliedsunternehmen sind herzlich zu diesem für sie kostenlosen Event eingeladen. Hier geht es zur Anmeldung.

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Häuptli
Geschäftsführer

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