Warum Medienmarken ganz besonders gepflegt werden müssen

  26. September 2019
Warum Medienmarken ganz besonders gepflegt werden müssen

Editorial September-Newsletter 2019

Juan Señor von Innovation Consulting hat an unserem Jahresanlass von letzter Woche in seinem inspirierenden Referat 14 Geschäftsmodelle für die Zukunft vorgestellt. Bei allen sind wir auf viel Vertrauen angewiesen.

Für alles, wirklich alles im Mediengeschäft ist das Vertrauen der Kunden entscheidend. Achtung, jetzt wird es kurz akademisch: Wissenschaftlich sind Medienangebote sogenannte Erfahrungs- oder Vertrauensgüter.

Die Qualität, die Leistung, die Wirkung: alles schwierig messbar. Erst mit der Erfahrung entsteht Vertrauen. Wie beim Arzt, beim Coiffeur oder beim Garagisten.

Vergessen Sie es, Ihre Publikation mit rein rationalen Argumenten zu verkaufen. Werden Sie emotional. Erzählen Sie von Ihren Besonderheiten aus der Geschichte Ihres Hauses, warum Sie Ihre Region lieben, für was Sie einstehen. Und vor allem: Erklären Sie Ihren Lesern, dass Sie es ernst meinen.

ONLY JOURNALISM WILL SAVE JOURNALISM

hat Juan Señor als eine Parole rausgehauen. Und er hat recht. Stehen Sie zu den Wurzeln, Ihrem Antrieb.

So einfach ist aktive Markenpflege, die Glaubwürdigkeit auf einer ganz anderen Ebene schafft als die unverzichtbare, täglich tadellose Arbeit an den redaktionellen Spalten. Neben der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells ist die Markenpflege die zweite entscheidende Aufgabe des Verlegers für die Zukunft.

Und verschwindet eine Publikation, ist es immens schwierig und unglaublich teuer etwas Neues und neues Vertrauen aufzubauen. "Democracy Dies in Darkness" ist der Slogan der Washington Post. In den USA sind mediale Wüsten entstanden. Das müssen wir verhindern.

Darum setzt sich der VSM dafür ein, dass der demokratierelevanten Presse mit einer Erweiterung der Presseförderung Unterstützung zugestanden wird. Wie Zimmi auf dem Podium von letzter Woche gesagt hat: zu recht. Die Presse hat die letzten 150 Jahre die Demokratie stabilisiert. Jetzt ist es am Bund, die mediale Versorgung in der digitalen Transformation zu stützen. Zumindest für die nächsten 10 Jahre.
 
Mit freundlichen Grüssen

Andreas Häuptli
Geschäftsführer

P.S. Am 20. November findet unsere Trendtagung Fach- und Spezialmedien statt. Hier gibt es mehr zum Programm.