Corona: Printwerberückgang von 26 Millionen im Mai

  21. Juni 2020
Corona: Printwerberückgang von 26 Millionen im Mai

Gravierender Rückgang der Inseratewerbung um die Hälfte im April und über 40% im Mai. Die Finanzierung des qualitativ hochstehenden Service-Public-Journalismus der Zeitungen ist gefährdet.

Die WEMF-Inseratestatistik weist im Mai Inserateeinnahmen von 35.2 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 61.3 Mio. im Mai 2019 entspricht das einer Abnahme von 42.5%. Damit haben sich die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat fast halbiert. 

Besonders gross ist der Betrag beim Rückgang der kommerziellen Anzeigen mit minus 30.6 Mio. Franken (-43.5%). Stark betroffen sind die Tagespresse mit -48.4% und die regionale Wochenpresse mit -42.4%.

Im April wies die Statistik 29.6 Mio. Franken aus, was eine Abnahme von 50.6% darstellt: Im Vorjahresmonat waren es 60 Mio. Franken. Gross war im April der Rückgang bei kommerziellen Anzeigen mit minus 25.8 Mio. Franken (-50.2%). Besonders betroffen waren die Tagespresse mit -55.6% und die Sonntagspresse mit -49.9%.

Im März wies die WEMF-Inseratstatistik einen Umsatz von 42.4 Mio. Franken aus. Das ist eine Abnahme von über 20 Millionen oder -34.6% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark betroffen ist die Sonntagspresse mit -44.5 % gefolgt von der Tagespresse mit -41.4 %.

Es leiden also ausgerechnet die Titelgattungen am meisten, welche die äusserst wertvolle Service-Public-Leistung während der Coronakrise erbringen und durch die hohe Auslastung in den betreffenden Ressorts auch keine Möglichkeit haben, die Kosten über Kurzarbeit zu senken.

Einbrüche von bis zu 80% des Inseratevolumens waren keine Seltenheit nach dem 16. März. Bedenkt man, dass der Lockdown erst Mitte Monat kam, sind die Werte für April und Mai keine Überraschung.

Des Weiteren gilt zu berücksichtigen, dass die Monate März, April und Mai als sehr werbestark gelten. Aufholeffekte sind im Mai nicht zu erwarten. Der allergrösste Teil der Unternehmen ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und wird das Marketingbudget für das ganze Jahr 2020 gekürzt behalten.