Corona: Printwerberückgang rund 127 Mio. seit März

  23. Dezember 2020
Corona: Printwerberückgang rund 127 Mio. seit März

Aufgrund der Coronakrise verzeichnen die Verlage einen beispiellosen Einbruch bei den Werbeerträgen. Während der Lockdown-Zeit fielen bei einzelnen Titeln bis zu 80% der Einnahmen aus. Auch im Herbst 2020 hat sich der Werbemarkt noch nicht erholt. Im Oktober beträgt der Rückgang mehr als 10 Millionen Franken, im November mehr als 7 Millionen.

Es leiden mit der Tages- und Sonntagspresse ausgerechnet die Titelgattungen am meisten, welche die äusserst wertvolle Service-Public-Leistung während der Coronakrise erbringen und durch die hohe Auslastung in den betreffenden Ressorts auch keine Möglichkeit haben, die Kosten über Kurzarbeit zu senken.

Einbrüche von bis zu 80% des Inseratevolumens waren keine Seltenheit im Frühjahr. Vor dem Hintergrund, dass der Lockdown erst Mitte März kam und bereits da ein Drittel der Werbeeinnahmen wegfiel, sind die Werte für April und Mai keine Überraschung. Des Weiteren gilt zu berücksichtigen, dass die Monate März, April und Mai als sehr werbestark gelten.

Der allergrösste Teil der Unternehmen ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hält das Marketingbudget für das ganze Jahr 2020 gekürzt. Das macht sich nun auch in den Herbstmonaten bemerkbar: Nach den ohnehin werbeschwachen Monaten Juli und August geht die Schere ab September wieder stärker auf. 

Die Zahlen im Detail

Die WEMF-Interatestatistik verweit im werbestarken Monat November Inserateeinnahmen von 58.3 Mio. CHF aus. Im Vorjahr waren es 11.4% mehr (65.8 Mio. CHF). Der stärkste Rückgang ist bei der Tagespresse (-16.3%), der Spezialpresse (-26.3%) und der Fachpresse (-32%) zu verzeichnen.

Die Inseratestatistik weist in einem der üblicherweise werbestärksten Monaten Oktober Inserateeinnahmen von 53.3 Mio. aus. Das sind gegenüber den 63.6 Mio. CHF des Vorjahresmonats 16.3% weniger. Stark betroffen sind die Tages- und Publikumspresse (jeweils -19.4%), regionale Wochenpresse (-17.2%) und die Fachpresse (-14.3%).

Für den ebenfalls werbestarken Monat September sieht die Lage ähnlich aus. Die Inserateennahmen von 55.3 Mio. sind gegenüber den 66.1 Mio. des Vorjahresmonats 16.4% gesunken. Am stärksten betroffen sind die Spezialpresse (-24.1%), Sonntagspresse (-22.9%), Fachpresse (-17.7%) und Tagespresse (-17.2%).

Die Statistik weist im August 2020 einen Werbeumsatz von 37.6 Mio. CHF aus. Verglichen mit den 41.2 Mio. vom Vorjahresmonat sind das 8.7% weniger. Die Tagespresse (-12.5%), die Fachpresse (-20.7%) und die Spezialpresse (-29.9%) sind besonders stark betroffen.

Im eher werbeschwachen Monat Juli wies die Statistik Inserateeinnahmen von 31.8 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 34.4 Mio. im Juli 2019 entspricht das einer Abnahme von 7.5%. Besonders betroffen sind die Spezialpresse mit rund minus 30%, die regionale Wochenpresse mit minus 21% und die Fachpresse mit minus 15%.

Die Statistik weist im Juni Inserateeinnahmen von 38.1 Mio. Franken aus. Im Vorjahresmonat waren es 51.8 Mio. Das entspricht gegenüber 2019 einer Abnahme von 26.4%. Stark betroffen sind die Finanz- und Wirtschaftspresse, wo sich die Einnahmen fast halbiert haben (-45%), die Tagespresse (-34.1%) und die Sonntagspresse (-33.7%), wo jeweils ein Drittel der Einnahmen fehlt.

Im Mai wies die Statistik Inserateeinnahmen von 35.2 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 61.3 Mio. im Mai 2019 entspricht das einer Abnahme von 42.5%. Damit haben sich die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat fast halbiert. Besonders gross ist der Betrag beim Rückgang der kommerziellen Anzeigen mit minus 30.6 Mio. Franken (-43.5%). Stark betroffen sind die Tagespresse mit -48.4% und die regionale Wochenpresse mit -42.4%.

Im April wies die Statistik 29.6 Mio. Franken aus, was eine Abnahme von 50.6% darstellt: Im Vorjahresmonat waren es 60 Mio. Franken. Gross war im April der Rückgang bei kommerziellen Anzeigen mit minus 25.8 Mio. Franken (-50.2%). Besonders betroffen waren die Tagespresse mit -55.6% und die Sonntagspresse mit -49.9%.

Im März wies die WEMF-Inseratstatistik einen Umsatz von 42.4 Mio. Franken aus. Das ist eine Abnahme von über 20 Millionen oder -34.6% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark betroffen ist die Sonntagspresse mit -44.5 % gefolgt von der Tagespresse mit -41.4 %.