Corona: Printwerberückgang von 30 Millionen im April

  25. Mai 2020
Corona: Printwerberückgang von 30 Millionen im April

Gravierender Rückgang der Inseratewerbung im März von über einem Drittel und im April sogar um die Hälfte. Die Finanzierung des qualitativ hochstehenden Service-Public-Journalismus der Zeitungen ist gefährdet.


Die WEMF-Inseratestatistik weist im April Inserateeinnahmen von 29.6 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 60 Mio. Franken vom April 2019 entspricht das einer Abnahme von 50.6%. Damit haben sich die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat halbiert.

Besonders stark ist im April der Rückgang bei kommerziellen Anzeigen mit minus 25.8 Mio. Franken (-50.2%). Besonders betroffen sind die Tagespresse mit -55.6% und die Sonntagspresse mit -49.9%.

Im März wies die WEMF-Inseratstatistik einen Umsatz von 42.4 Mio. Franken aus. Das ist eine Abnahme von über 20 Millionen oder -34.6% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark betroffen ist die Sonntagspresse mit -44.5 % gefolgt von der Tagespresse mit -41.4 %.

Es leiden also ausgerechnet die Titelgattungen am meisten, welche die äusserst wertvolle Service-Public-Leistung während der Coronakrise erbringen und durch die hohe Auslastung in den betreffenden Ressorts auch keine Möglichkeit haben, die Kosten über Kurzarbeit zu senken.

Einbrüche von bis zu 80% des Inseratevolumens waren keine Seltenheit nach dem 16. März. Bedenkt man, dass der Lockdown erst Mitte Monat kam, sind die Werte für April keine Überraschung.

Des Weiteren gilt zu berücksichtigen, dass die Monate März, April und Mai als sehr werbestark gelten. Aufholeffekte sind im Mai nicht zu erwarten. Der allergrösste Teil der Unternehmen ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und wird das Marketingbudget für das ganze Jahr 2020 gekürzt behalten.