Corona: Printwerberückgang von bald 100 Mio. seit März

  24. September 2020
Corona: Printwerberückgang von bald 100 Mio. seit März

Gravierender Rückgang der Inseratewerbung um die Hälfte im April und über 40% im Mai. Auch im Juni fehlen über ein Viertel der Einnahmen, im Juli sind es 7%, im August fast 9%. Die Finanzierung des qualitativ hochstehenden Service-Public-Journalismus der Zeitungen ist gefährdet.

Es leiden mit der Tages- und Sonntagspresse ausgerechnet die Titelgattungen am meisten, welche die äusserst wertvolle Service-Public-Leistung während der Coronakrise erbringen und durch die hohe Auslastung in den betreffenden Ressorts auch keine Möglichkeit haben, die Kosten über Kurzarbeit zu senken.

Einbrüche von bis zu 80% des Inseratevolumens waren keine Seltenheit nach dem 16. März. Bedenkt man, dass der Lockdown erst Mitte Monat kam, sind die Werte für April und Mai keine Überraschung.

Des Weiteren gilt zu berücksichtigen, dass die Monate März, April und Mai als sehr werbestark gelten. Der allergrösste Teil der Unternehmen ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und wird das Marketingbudget für das ganze Jahr 2020 gekürzt halten.

Die Zahlen im Detail

Die WEMF-Inseratestatistik weist im August 2020 einen Werbeumsatz von 37.6 Mio. CHF aus. Verglichen mit den 41.2 Mio. vom Vorjahresmonat sind das 8.7% weniger. Die Tagespresse (-12.5%), die Fachpresse (-20.7%) und die Spezialpresse (-29.9%) sind besonders stark betroffen.

Im eher werbeschwachen Monat Juli wies die Statistik Inserateeinnahmen von 31.8 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 34.4 Mio. im Juli 2019 entspricht das einer Abnahme von 7.5%. Besonders betroffen sind die Spezialpresse mit rund minus 30%, die regionale Wochenpresse mit minus 21% und die Fachpresse mit minus 15%.

Die Statistik weist im Juni Inserateeinnahmen von 38.1 Mio. Franken aus. Im Vorjahresmonat waren es 51.8 Mio. Das entspricht gegenüber 2019 einer Abnahme von 26.4%. Stark betroffen sind die Finanz- und Wirtschaftspresse, wo sich die Einnahmen fast halbiert haben (-45%), die Tagespresse (-34.1%) und die Sonntagspresse (-33.7%), wo jeweils ein Drittel der Einnahmen fehlt.

Im Mai wies die Statistik Inserateeinnahmen von 35.2 Mio. Franken aus. Verglichen mit den 61.3 Mio. im Mai 2019 entspricht das einer Abnahme von 42.5%. Damit haben sich die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat fast halbiert. Besonders gross ist der Betrag beim Rückgang der kommerziellen Anzeigen mit minus 30.6 Mio. Franken (-43.5%). Stark betroffen sind die Tagespresse mit -48.4% und die regionale Wochenpresse mit -42.4%.

Im April wies die Statistik 29.6 Mio. Franken aus, was eine Abnahme von 50.6% darstellt: Im Vorjahresmonat waren es 60 Mio. Franken. Gross war im April der Rückgang bei kommerziellen Anzeigen mit minus 25.8 Mio. Franken (-50.2%). Besonders betroffen waren die Tagespresse mit -55.6% und die Sonntagspresse mit -49.9%.

Im März wies die WEMF-Inseratstatistik einen Umsatz von 42.4 Mio. Franken aus. Das ist eine Abnahme von über 20 Millionen oder -34.6% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark betroffen ist die Sonntagspresse mit -44.5 % gefolgt von der Tagespresse mit -41.4 %.