Dringlicher Ausbau Der Indirekten Presseförderung zur sicherung der Medienvielfalt

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FOTO: KEYSTONE_SDA

Die Erhöhung der indirekten Presseförderung (IPF) um 90 Mio. Franken von heute 30 auf neu 120 Mio. Franken pro Jahr gibt den Verlagshäusern die dringend benötigte Unterstützung für die Investionen in die digitale Zukunft.

Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Die schweizerischen Printmedien befinden sich in einer herausfordernden Transformation. Die Werbeeinnahmen haben sich innert zehn Jahren halbiert und sind wegen der Dominanz internationaler Technologiekonzerne weiterhin im Sinkflug. Ein tragfähiges Geschäftsmodell braucht Zeit. Die Zahlbereitschaft bei den Lesern ist noch im Aufbau.

Die wirtschaftliche Basis für die staatspolitisch zentrale Presse- und Meinungsvielfalt ist gefährdet. Weiter läuft die Digitalisierung der privaten Medien auf Hochtouren. Leider verschlingen die steigenden Vertriebspreise zusätzliche Finanzmittel, welche für die Entwicklung eines zukunftsfähigen, digitalen Geschäftsmodells dringend benötigt werden.

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Was soll sich ändern?

Mehr begünstigte Titel

  • Abonnierte Tagespresse, abonnierte regionale Wochenpresse und Sonntagszeitungen (bisher nur abonnierte Lokal- und Regionalzeitungen)

Weniger Beschränkungen 

  • Aufhebung Auflagebeschränkung und Kopfblattausschluss (bisher nur bei einer Auflage von min. 1'000 und max. 40'000 Exemplaren, ohne Kopfblätter)

Kundenfreundlichere Zustellung

  • Frühzustellung integrieren (bisher nur Tageszustellung)

Höhere Fördersumme

  • 120 Mio. CHF (bisher 30 Mio. CHF)

Ausbau der indirekten Presseförderung stärkt die mediale Grundversorgung in allen Landesteilen. 

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Stärkung eines Erfolgsmodells sichert die redaktionelle Unabhänigkeit

  • Eine zeitnahe Stärkung der indirekten Presseförderung hält den Printmedien den Rücken frei, damit sie genügend Zeit und Geld haben, um das digitale Geschäft wirtschaftlich zu entwickeln.
  • Die Post belastet ihre Kosten der Grundversorgung proportional der Zeitungsrechnung und erhöht bei abnehmenden Mengen die Kosten pro Exemplar laufend.
  • Dank der indirekten Presseförderung konnte die schweizerische Lokal- und Regionalpresse in den letzten Jahren – trotz schwierigster Umstände – die publizistische Leistung gewährleisten.
  • Die indirekte Presseförderung ist unbürokratisch und entlastet die Zeitungsverlage bei den Vertriebskosten.
  • Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibt gesichert.
  • Die Lokal- und Regionalpresse konnte sich dank der indirekten Presseförderung stabil entwickeln, während nicht geförderte Zeitungen unter massiven Druck geraten sind.
  • Angesichts der weiter steigenden Vertriebskosten wird ohne Gegensteuer innert weniger Jahre auch die Lokal- und Regionalpresse in einen starken Abwärtssog geraten.
  • Die frühe Verfügbarkeit einer Zeitung beim Lesenden ist im digitalen Zeitalter entscheidend für das Überleben eines Printprodukts. Die Frühzustellung muss deshalb gefördert werden.
  • Trotz intensiver Entwicklungsarbeiten (im In- und Ausland) wird es noch Jahre dauern, bis wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für den digitalen Bereich geschaffen sind

Der VSM empfiehlt folgende Vorstösse in den eidgenössischen Räten zur Annahme

"Unterstützung für die Presse in der digitalen Transformation"
Pa.Iv. 18.479, Stefan Engler (CVP, GR)

"Die indirekte Unterstützung der Presse muss verstärkt werden"
Pa.Iv. 18.480, Géraldine Savary (SP, VD)

"Für eine vielfältige, die demokratische Meinungsbildung unterstützende Schweizerpresse"
Mo. 18.4284, Karl Vogler (CSP, OW)


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