Dringlicher Ausbau Der Indirekten Presseförderung zur sicherung der Medienvielfalt

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Werbeumsätze: Seit dem Jahr 2000 hat die Presse insgesamt zwei Drittel der Werbeeinnahmen verloren. Die Finanzierung des Journalismus wird mit dem fortschreitenden Rückgang der Werbevolumen immer herausfordernder. Eine Bodenbildung ist leider auch 2019 nicht in Sicht (Quelle: Werbestatistik Schweiz)

Die dringliche Erhöhung der indirekten Presseförderung (IPF) um 90 Mio. Franken von heute 30 auf neu 120 Mio. Franken pro Jahr gibt den Verlagshäusern die dringend benötigte Unterstützung für die Investionen in die digitale Zukunft.

Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Die schweizerischen Printmedien befinden sich in einer herausfordernden Transformation. Die Werbeeinnahmen haben sich innert zehn Jahren halbiert und sind wegen der Dominanz internationaler Technologiekonzerne weiterhin im Sinkflug. Ein tragfähiges Geschäftsmodell braucht Zeit. Die Zahlbereitschaft bei den Lesern ist noch im Aufbau.

Die wirtschaftliche Basis für die staatspolitisch zentrale Presse- und Meinungsvielfalt ist gefährdet. Weiter läuft die Digitalisierung der privaten Medien auf Hochtouren. Leider verschlingen die steigenden Vertriebspreise zusätzliche Finanzmittel, welche für die Entwicklung eines zukunftsfähigen, digitalen Geschäftsmodells dringend benötigt werden.

Mit einer zeitnahen Anpassung des Postgesetzes, losgelöst von anderen medienpolitischen Anliegen wie dem BGeM, kann dieser Entwicklung schnell und effizient entgegengewirkt werden.

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Was soll sich ändern? Postgesetz anpassen

Mehr begünstigte Titel

  • Abonnierte Tagespresse, abonnierte regionale Wochenpresse und Sonntagszeitungen (bisher nur abonnierte Lokal- und Regionalzeitungen)

Weniger Beschränkungen 

  • Aufhebung Auflagebeschränkung und Kopfblattausschluss (bisher nur bei einer Auflage von min. 1'000 und max. 40'000 Exemplaren, ohne Kopfblätter)

Kundenfreundlichere Zustellung

  • Frühzustellung integrieren (bisher nur Tageszustellung)

Höhere Fördersumme

  • 120 Mio. CHF (bisher 30 Mio. CHF)

IPF als Übergangslösung

  • Befristung auf 10 Jahre (bisher keine)

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Stärkung eines Erfolgsmodells sichert die redaktionelle Unabhängigkeit

  • Eine dringliche Stärkung der indirekten Presseförderung hält den Printmedien den Rücken frei, damit sie genügend Zeit und Geld haben, um das digitale Geschäft wirtschaftlich zu entwickeln.
  • Journalismus wird heute grösstenteils über Print-Erträge finanziert. Einnahmen aus dem Online-Bereich vermögen (noch) nicht die Kosten zu decken. Ohne Print fehlt das Geld für den Ausbau online.
  • Trotz intensiver Entwicklungsarbeiten (im In- und Ausland) wird es noch Jahre dauern, bis wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für den digitalen Bereich geschaffen sind
  • Wo Titel verschwinden bleibt meistens eine Lücke. Neue Medienmarken haben es sehr schwer in die Fusstapfen von früheren Zeitungen zu treten. Gleichzeitig wird das Distributionsnetz ausgedünnt. Aus wirtschaftlichen Gründen können so nicht mehr alle Titel überall abonniert werden.
  • Dank der indirekten Presseförderung konnte die schweizerische Lokal- und Regionalpresse in den letzten Jahren – trotz schwierigster Umstände – die publizistische Leistung gewährleisten.
  • Die indirekte Presseförderung ist unbürokratisch und entlastet die Zeitungsverlage bei den Vertriebskosten.
  • Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibt gesichert.
  • Die Presses trägt einen Anteil der Kosten der postalischen Grundversorgung. Gleichzeitig sind die Verlage bei abnehmenden Mengen mit steigenden Portokosten konfrontiert. Die indirekte Presseförderung wirkt diesem Kostentreiber entgegen.
  • Angesichts der weiter steigenden Vertriebskosten wird ohne Gegensteuer innert weniger Jahre auch die Lokal- und Regionalpresse in einen starken Abwärtssog geraten.
  • Die frühe Verfügbarkeit einer Zeitung beim Lesenden ist im digitalen Zeitalter entscheidend für das Überleben eines Printprodukts. Die Frühzustellung muss deshalb gefördert werden.
  • Die Lokal- und Regionalpresse konnte sich dank der indirekten Presseförderung stabil entwickeln, während nicht geförderte Zeitungen unter massiven Druck geraten sind.

Weiterführende Links

Medienberichte