KI-News-Ticker: US-Verlage verklagen OpenAI und Microsoft

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Die US-Zeitungen The Seattle Times und Newsday haben OpenAI und Microsoft wegen mutmasslicher Urheberrechtsverletzungen verklagt. Sie werfen den Technologieunternehmen vor, journalistische Inhalte ohne Erlaubnis und Vergütung für KI-Systeme genutzt zu haben. Wer mit journalistischen Leistungen kommerzielle KI-Angebote entwickelt, muss diese fair vergüten. Für den VSM ist dabei klar: Die Schweiz muss schnellstmöglich Rechtssicherheit schaffen. 

Die am 4. September 2026 eingereichte Klage richtet sich gegen OpenAI und Microsoft. Wie persoenlich.com berichtet, werfen The Seattle Times und Newsday den Unternehmen vor, systematisch journalistische Artikel gesammelt und zur Entwicklung und zum Betrieb ihrer KI-Angebote verwendet zu haben. Das Verfahren ist noch nicht entschieden: Die erhobenen Vorwürfe müssen gerichtlich geklärt werden. 

Hochwertige KI braucht hochwertige Inhalte

Der Fall macht jedoch ein grundsätzliches Problem sichtbar. Leistungsfähige KI-Systeme sind auf hochwertige und verlässliche Inhalte angewiesen. Journalistische Medien investieren erhebliche Mittel in Recherche, Einordnung, Faktenprüfung und die Bereitstellung ihrer Archive. Werden diese Leistungen ohne Zustimmung übernommen und für kommerzielle Produkte genutzt, entsteht ein Geschäftsmodell auf Kosten jener, welche die zugrunde liegenden Inhalte geschaffen und finanziert haben.

Gleichzeitig können KI-generierte Kurzantworten den Besuch der journalistischen Originalquelle ersetzen. Den Medienunternehmen entgehen dadurch Reichweite und Werbeeinnahmen. Die Klägerinnen machen zudem geltend, dass KI-Systeme unzutreffende Aussagen generiert und diese fälschlicherweise ihren Publikationen zugeschrieben hätten. Solche Halluzinationen schaden nicht nur der Glaubwürdigkeit der betroffenen Medien, sondern erschweren es den Nutzerinnen und Nutzern auch, die Herkunft und Verlässlichkeit einer Information zu beurteilen.

Faire Regeln schaffen Rechtssicherheit

Die wachsende Zahl von Gerichtsverfahren in den USA zeigt, welche Folgen unklare Regeln haben. Statt jahrelanger Prozesse braucht es Rechtssicherheit für Rechteinhaber und KI-Anbieter. Ein wirksamer Schutz geistigen Eigentums verhindert Innovation nicht, sondern schafft die Grundlage für einen fairen und nachhaltigen Markt.

Die Schweiz hat die Chance, klare Regeln zu schaffen und damit langwierige Konflikte wie in den USA zu vermeiden. Die Umsetzung der Motion Gössi und die Weiterentwicklung des Leistungsschutzrechts müssen deshalb konsequent gemeinsam vorangetrieben werden. Nur so bleiben Investitionen in unabhängigen Qualitätsjournalismus auch im KI-Zeitalter möglich. Das Schweizer Parlament hat den Handlungsbedarf erkannt. Entscheidend ist dabei der Grundsatz: Wer vom geistigen Eigentum anderer profitiert, muss dafür eine faire Vergütung entrichten.

 

Kontakt:
Andreas Zoller, Leiter Public Affairs VSM, E-Mail anzeigen, 079 828 81 13