Internationaler Tag der Pressefreiheit 2026

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Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut unserer Demokratie und von grundlegender Bedeutung für die freie Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger. Medien müssen frei und ohne Zensur arbeiten, um ihrem Auftrag der unabhängigen Information und Berichterstattung nachkommen zu können. 

Der 3. Mai steht für den Jahrestag der Erklärung von Windhoek, einer 1991 von afrikanischen Journalisten ausgearbeiteten Grundsatzerklärung mit der Forderung nach freien, unabhängigen Medien auf dem afrikanischen Kontinent und in aller Welt. Die Botschaft des Tages lautet, dass jede Journalistin und jeder Journalist überall auf der Welt das Recht haben muss, frei und ohne Angst berichten zu können.

Einschränkungen der Pressefreiheit sind ein globales Thema - immer wieder werden massive Verletzungen sichtbar. Die Schweiz ist diesbezüglich privilegiert und hat eine funktionierende Pressefreiheit. Aber auch hier kommt sie immer mehr unter Druck.

Wie grundlegend wichtig die Pressefreiheit für eine funktionierende Demokratie ist und welche Bedeutung das Vertrauen in Medien und die Beziehungen innerhalb der Gesellschaft ist, zeigt die Kampagne des Verlegerverbands SCHWEIZER MEDIEN. 

Ringier Advertising hat eine Kampagne kreiert, die mit drei verschiedenen Fragen verdeutlicht, was Pressefreiheit bedeutet für den Einzelnen und für die Gesellschaft. 

  • Was passiert, wenn du nur noch hörst, was du hören willst?
  • Was ist unbequemste Frage, die man dir stellen kann?
  • Woher weisst du, was du nicht wissen willst?

Diese Fragen machen deutlich wie Pressefreiheit nicht nur als Grundprinzip demokratischer Gesellschaften, sondern ganz konkret im Alltag von uns allen eine wichtige Rolle spielt. Es sind bewusst auch Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen und die auf die unverzichtbare Rolle der Medien hinweisen. Die übergeordnete Botschaft der Kampagne ist die Frage: Was passiert mit uns, wenn man keine kritischen Fragen mehr stellen darf?

ChefredaktorInnen antworten auf Fragen der Kampagne zum Tag der Pressefreiheit:

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  • Porträt Nik
    Nikola Nording Chefredaktorin Südostschweiz

"Es ist doch eigentlich eine wunderbare Vorstellung, wenn man nichts mehr hört, was einen potenziell verärgern könnte. Alle sind einer Meinung, niemand widerspricht, kein Streit. Herrlich. Aber auch friedlich? Nein. Denn der Weg der Mehrheit oder der Weg der Stärkeren ist nicht immer der richtige Weg. Journalistinnen und Journalisten geben denjenigen eine Stimme, die sonst überhört werden würden. Und die sagen vielleicht auch Dinge, die nicht in mein oder unser Weltbild passen, deren Wahrheit, schmerzhaft ist, aber gesagt werden muss. Dass die Presse frei arbeiten kann, ist gerade deswegen wichtig. Sie zeigt Dinge auf, die unbequem sind, und fordert Politik und Gesellschaft auf, darüber nachzudenken. Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich nur noch höre, was ich hören will. 

  • Desiree Pomper
    Désirée Pomper Chefredaktorin 20 Minuten / 20 Minutes

"Wir leben in einer Alles-ist-gut-sorglos-Welt ohne Reibung und Kritik. Meine Weltanschauung, Überzeugungen und Handlungen werden nicht mehr herausgefordert und hinterfragt. 

Bereits jetzt sind wir zum Teil in Social-Media-Meinungsbubbles gefangen, die uns zur wohligen Illusion verführen, alle teilten mein Gedankengut.

Der Preis dafür ist hoch. Gesellschaftliche Entwicklungen oder Gefahren werden zu spät erkannt, um sie konstruktiv zu lösen. Wir verlernen den Schlagabtausch mit Argumenten, die eigene Meinung zu revidieren, Kompromisse einzugehen. Dabei sind das zentrale Fähigkeiten für ein verantwortungsvolles Handeln in einer direkten Demokratie, wozu Journalismus massgeblich beiträgt."

  • Patrick Müller
    Patrick Müller Chefredaktor CH Media, Zentralredaktion und «Schweiz am Wochenende»

"Im Zeitalter von Desinformation und Echokammern ist das, was Thomas Jefferson (1743 - 1826) gesagt, so gültig wie eh und je: "Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Land mit einer Regierung, aber ohne Zeitung, und einem Land mit Zeitung, aber ohne Regierung, dann würde ich mich für das Land ohne Regierung entscheiden."

  • Matthias Chapman
    Matthias Chapman Stellvertretender Chefredaktor «Tages-Anzeiger»

"Eine rhetorisch gestellte Frage. Natürlich bin ich als Journalist besonders daran interessiert, auch zu hören, was ich "eigentlich nicht hören will" (wenn es das denn überhaupt gibt, was ich eher bezweifle). Standpunkte, die mich und mein Weltbild irritieren. Das macht mein Schaffen vollständiger. Sollte ich aber irgendwann einmal nicht mehr hören wollen, was ich nicht hören will, dann bin ich wohl in diesem Beruf auch nicht mehr richtig."

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  • Desiree Pomper
    Désirée Pomper Chefredaktorin 20 Minuten / 20 Minutes

"Wenn ich aus meiner geistigen Komfortzone gezwungen werde. Wenn da ein Gedanke ist, der sich nicht mehr wegswipen oder abschütteln lässt, sondern der sich festkrallt und mich durch den Tag bis in den Schlaf begleitet, irritiert, aufregt, ungläubig macht.

Menschen mit dem Unbequemen zu konfrontieren, sie zum Hinterfragen zu nötigen, gehört zu den Kernaufgaben von uns Journalistinnen und Journalisten, auch wenn wir damit keinen Miss-Amitié-Preis gewinnen."