Medienforschung stärkt Forderungen des Verlegerverbands

Bildschirmfoto 2026 10 26 Um 163704
Jahrbuch Qualität der Medien 2026

Die medienpolitischen Forderungen des Verlegerverbands SCHWEIZER MEDIEN (VSM) erhalten wissenschaftlichen Rückenwind. Das neue Jahrbuch «Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich empfiehlt ein Leistungsschutzrecht, neue Medienförderinstrumente, klare Regeln für digitale Plattformen sowie die Stärkung der Medienkompetenz. Diese Empfehlungen decken sich weitestgehend mit der Analyse und den Positionen des VSM.

«Unabhängiger Journalismus stärkt unsere Demokratie. Die Forschung zeigt, wie wichtig es ist, seine wirtschaftlichen Grundlagen zu sichern und möglichst vielen Menschen den Zugang zu verlässlichen Informationen zu ermöglichen», sagt VSM-Präsident Andrea Masüger.

Das Jahrbuch «Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich bestätigt die gesellschaftliche Bedeutung des professionellen Journalismus: Menschen, die regelmässig journalistische Qualitätsmedien nutzen, sind weniger anfällig für desinformative Verschwörungsaussagen. Gleichzeitig nutzen rund 42 Prozent der Bevölkerung kaum journalistische Angebote. 

KI-Leistungsschutzrecht und Medienförderung im Fokus

Das fög empfiehlt ausdrücklich ein Leistungsschutzrecht, damit grosse Plattformen und KI-Anbieter journalistische Leistungen angemessen vergüten. Der VSM fordert darüber hinaus einen wirksamen Urheberrechtsschutz gegenüber KI-Anwendungen, wie ihn die Motion Gössi anstrebt.

Auch die Empfehlungen zur Medienförderung decken sich mit zentralen Anliegen des VSM: Die bestehende indirekte Presseförderung muss durch unter anderem Modelle der Förderung von Medienkompetenz bei Jugendlichen ergänzt werden. Gleichzeitig empfiehlt das fög, Medienkompetenz als Teil der Demokratiekompetenz stärker in Schule und Ausbildung zu verankern. Explizit nennt die Studie UseTheNews Schweiz – getragen von der SRG, Keystone-sda und dem VSM – als mögliche Koordinationsplattform.

«Medienförderung und Medienkompetenz gehören zusammen. Junge Menschen brauchen Zugang zu journalistischen Angeboten und die Fähigkeit, Informationen kritisch einzuordnen. Der VSM sieht
Potenzial für eine zukunftsorientierte Medienförderung, die gleichzeitig auf eine Stärkung der Medienkompetenz abzielt», sagt VSM-Direktorin Pia Guggenbühl.

Journalistische Grundversorgung und Plattformverantwortung stärken

Das fög empfiehlt zudem, die journalistische Faktenprüfung durch gemeinsame Infrastrukturen zu stärken. 77,7 Prozent der Befragten befürworten einen Ausbau journalistischer Faktencheckteams. Der VSM teilt die Einschätzung, dass eine leistungsfähige journalistische Grundversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Medienhäusern entscheidend sind, um verlässliche Informationen bereitzustellen und die Medienvielfalt zu sichern.

Weiter fordert das fög verbindliche Regeln für grosse Plattformen, Suchmaschinen und KI-Anwendungen. Diese sollen systemische Risiken begrenzen und die Sichtbarkeit verlässlicher journalistischer Inhalte stärken. Damit stützt die Forschung zentrale Forderungen des VSM zum Kommunikationsplattformgesetz (KomPG). Auch die vom Verband unterstützte Internet-Initiative setzt sich für eine stärkere Verantwortung der Plattformen ein, insbesondere beim Kinder- und Jugendschutz.

Politik ist gefordert für eine zukunftsorientierte Medienförderung

Die Empfehlungen kommen zum richtigen Zeitpunkt: Mit der Motion Schaffner zur kanal- und geschäftsmodellunabhängigen Medienförderung steht derzeit ein wegweisendes medienpolitisches Geschäft zur Diskussion. Der VSM setzt sich dafür ein, die bestehende indirekte Presseförderung zu sichern und durch kanal- und geschäftsmodellunabhängige Förderinstrumente zu ergänzen.

«Die Wissenschaft liefert zusätzliche Argumente für zentrale Anliegen der Medienbranche. Nun braucht es politische Lösungen, die den unabhängigen Journalismus wirtschaftlich stärken, seine Leistungen schützen und seinen gesellschaftlichen Nutzen sichern», sagt Andrea Masüger.

 

Kontakt:
Andreas Zoller, Leiter Public Affairs VSM, E-Mail anzeigen, 079 828 81 13