Kostenloser News-Zugang für 15-20 Jährige – Erfahrungen aus Norwegen
Wie gewinnt man junge Menschen wieder für Journalismus? Amedia setzt in Norwegen auf kostenlosen Zugang zu über 120 Titeln für 15- bis 20-Jährige – und dies mit Erfolg. Amedia-Geschäftsleitungsmitglied Marte Ingul zeigte an der Dreikönigstagung, warum es dabei vor allem um Sichtbarkeit, Gewohnheiten und Medienbildung geht.
Marte Ingul, Executive Vice President Public Affairs & Kommunikation bei Amedia, präsentierte an der Dreikönigstagung das im vergangenen Sommer gestartete Projekt, mit dem junge Zielgruppen an redaktionelle Medientitel herangeführt werden sollen: Alle 15- bis 20-Jährigen erhalten kostenlosen Zugang zu über 120 Titeln. Erste Zahlen deuten darauf hin, dass das Modell greift: Bereits 18% (72’000) der jungen Norwegerinnen und Norweger haben sich registriert.
Medienbildung ergänzend notwendig
Ingul betonte, dass weniger ein früher angeblich höherer Medienkonsum das Kernproblem sei, sondern die geringere Sichtbarkeit digitaler Nachrichten im Alltag – dadurch werde es schwieriger, Nutzungsgewohnheiten aufzubauen. Der kostenlose Zugang diene daher vor allem als Instrument, um Beziehung und Routine zu entwickeln – ergänzend seien Medienbildung und passende Angebote nötig.
Nicht nur «soft news» funktionieren
Amedia beobachtet zudem, dass auch bei jungen Nutzenden «Hard News» besonders gut funktionieren: Aktuelle Nachrichten erhöhen die Nutzung, visuelle Formate werden häufiger konsumiert und lokale Relevanz fördert Interaktionen. Es braue also ein Zusammenspiel von verschiedenen Massnahmen, um die Aufmerksamkeit von jungen Menschen zu gewinnen und ihr Mediennutzungsverhalten zu verändern.